„Never win the practice race“ …

2019 Finn World Masters - Skovshoved, Denmark

All Pivtures of this post  are provided by Robert Deaves with support from Claire – thank you both for the fantastic work and engagement for the Finn-Class

.. dieser Spruch kommt ja eigentlich von mir,  warum weis ich auch nicht- vermutlich weil ich noch nie in die Verlegenheit kam bei dem für Wettfahrtcrew und Seglern eigentlich nicht ganz unzweckmäßigem Testrennen vor der Masters irgendwie vorne zu segeln bzw. es überhaupt zu Ende gesegelt zu haben, oder aber ich bin doch abergläubisch ?.

So geschah es dann, dass ich an der Luvtonne des besagten Testrennens zur Finn Masters WM in Kopenhagen  entscheiden musste – a) meinen Prinzipien untreu zu werden  und mich meinem eigenen Spott und  dem Zorn der Götter auszusetzen, dabei aber sicherlich  einen riesigen Sachpreis am Abend abholen zu können, den man ja sicherlich bekommen würde, wenn man soooo deutlich als erster über die Ziellinie vor den anderen 130 ( ok am Ende sind es meist nur noch 60 bis 80 ) Teilnehmern  gleiten würde, oder aber b) meinen Prinzipien treu zu bleiben, an der Luvtonne mit 60 Meter Vorsprung einfach weiter gen Hafen zu fahren, bei einigen der Konkurrenten  vielleicht einen saucoolen Eindruck zu hinterlassen, bei meinem direkten Verfolgern aber sicherlich mit einem spöttischen Lächeln bedacht werden würde, wenn diese beladen mit Gold,,  Segeltaschen unzähligen Beschlägen des Sponsors Allen  und  Ruhm am Abend mehreren jungen hübschen Däninen Autogramme geben dürften.  Ich entschied mich für b) – gewann und bekam das spöttische Lächeln trotzdem, allerdings keine Preis und noch nicht einmal eine Erwähnung, sodass die besagten kreischenden dänischen Fans   auch ausblieben. Bei den Göttern hatte ich allerdings ein paar Punkte verspielt, wie ich in den folgenden Tagen der Masters WM feststellen musste.

Die Finn World Masters sind die Pflichtveranstaltung für JEDEN Finnsegler über 40, jedes Jahr zu Pfingsten treffen sich die gealterten Recken von 39  bis 84 ( vierundachtzig) Jahren zum Events der Events in der Finn-Szene. Letztes Jahr waren es noch 384 in Spanien dieses Jahr immerhin 270 in Dänemark  – einige der Stammsegler  hat wohl das Skandinavische Klima ( ist gar nicht so schlecht ) oder die mangelnde skandinavische Esskultur ( ist wirklich so schlecht) oder aber die skandinvischen Preise ( sind insbesondere in Verbindung mit der Ess/Trinkkultur viel schlimmer als man annimmt ) abgeschreckt. Aber immerhin 270 ist ja auch ne Nummer.

Die 270 Segler wurden ungewöhnlicher Weise auf einer Bahn ( Viereck) in nur 2 Gruppen aufgeteilt sodass für die 130 Segler von einer 7 bis 800 Meter langen Startlinie gesprochen wurde. (Auch nach mehrmaligen Nachfragen beim Wettfahrtleiter ohne Mittelpunkt Orientierung).

Das Revier im kleinen Belt also dem Oeresund  hat nicht nur interessante Windverhältnisse sondern noch interessantere Strömungsverhältnisse mit 1,5 bis 2 Knoten blubbert es teilweise an den Tonnen ganz schön, und beim Start sollte man das auch mit einberechnen ( aber keine Sorge, wenn man nicht innerhalb von 20 Metern am Start-oder Tonnenboot startet hat man eh keine Ahnung mehr wo die Linie ist und vmuss einfach  immer mit bzw kurz vor den Anderen anziehen) .

2019 Finn World Masters - Skovshoved, Denmark

2. Reihe Start geht gar nicht – Uhr dient allerdings nur zur Groborientierung

Die Wettfahrtleitung hatte den Ehrgeiz der Greise überschätzt und so kam es, dass am 1. Tag die 2. Startgruppe es nicht schaffte innerhalb von 3,5 Stunden einen Lauf zu starten , obwohl der Wind mit 12 bis 15 Knoten wunderbar blies und sich strömungsbedingt eine schöne Welle aufgebaut hatte.
Ich fand das besonders schade, das ich annahm, das mein nur mäßiges Ergebnis im 1. Lauf ( 36 )  die Götter beruhigt hätte und ich nunmehr frei vom Fluch des Practice-Race endlich nach vorne ( da wo ich meiner Meinung festgewachsen sein müsste )  Segeln könne  – allerdings ist dieses sagenhafte „Vorne“ sehr begehrt und insbesondere bei den Finn-Masters auch schon recht gut vergeben – denn bei dieser Masters waren über 30 ( jemand erwähnte 38)  ehemalige Olympioniken  dabei und dazu noch einige „echte“ Weltmeister, die es nicht zu den Spielen geschafft haben.
Aber wer Immenstaad kann, kann auch die Masters
( Auch  diese Vorstellung – ähnlich der von den kreischenden Dänischen Fans  lässt sich vermutlich durch Flüssigkeitsmangel ( also gesunder Flüssigkeit) oder das Einatmen von Epoxy – Dämpfen beim Zuschrauben der Inspektionsdeckeln begründen).

2019 Finn World Masters - Sknovshoved, Denmark

Vorwind  mit schöner Welle

Jeder Segler kennt das, wenn man meint, man gehöre im Feld viel weiter nach Vorne probiert man gerne mal was um an seinen (gedacht-) verdienten Platz im Feld zu gelangen.
Auf einem durchströmten – konstant windigen Seerevier, in dem 99% der Teilnehmer wissen was sie tuen und auf die richtige Seite segeln ist es keine soooo gute Idee   es anders  machen zu wollen als die vor einem segelnden,  auch kurze Schläge in die falsche Richtung wurden mit Verlusten von 30 bis 50 Metern quitiert und 30 bis 50 Meter bei der Masters sind in der Regel 10 bis 20 Plätze.
Noch schlimmer ist es allerdings, wenn man weiß das man den oben beschriebenen Fehler auf keinen Fall machen darf, und einfach mit dem führenden Feld, indem man sich nach geklungenem Start fast immer befindet, mitfahren muss, um dann  mit konstanten Ergebnissen der Serie im vorderen Drittel zu landen.

Nach einem weiteren Tag mit erfolglosen Startversuchen bei  gutem Wind, wurde dem Wettfahrtleiter offensichtlich mit Liebesentzug gedroht, sodass gaaanz überraschender Weise nach diesem Tag, an dem alle maulend und unzufrieden vom Wasser kamen plötzlich, wie durch ein Wunder jeder Start ohne Frühstart oder Abbrüche aufgrund von Winddrehern durchlief.

Ich platzierte mich also bei jeder Wettfahrt durch Ausbruchsversuche nach vorne immer von einem gutem Start mit gutem Vorwindplatz auf einer Endplatzierung , die nicht so ganz meinen Erwartungen und Erfahrungen von den vorherigen Masters entsprach – egal 92. als Endergebnis  – haascharf am ersten Drittel vorbei und alle Fehler erkannt  –  super viel Spass gehabt, alle alten Freunde wiedergetroffen und schön gesegelt – die letzten 3 Tage sogar im strahlenden Sonnenschein –  was will man mehr.

…. ok vielleicht sollte man noch erwähnen, das man die allabendlich vom Club beim sagenumwobenen MoleOl ( Stegbier)  gereichten Bratwürste mit Zwiebeln vielleicht ab dem 3. Tag mal anders herum auf den Teller hätte legen können, das wäre mal eine schöne Abwechslung gewesen.

Aber alle hatten Spass, ein Lachen im Gesicht und eine tolle Zeit in Dänemark und das zeigt eigentlich nur ……

 

2019 Finn World Masters - Sknovshoved, Denmark

Abfallen Abfallen — geht doch 🙂

…….. es muss nch viel mehr Regatta gesegelt werden –

Euer Bollo Finn GER 19

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